Naturnahe Gestaltung und Bewirtschaftung von Grünflächen
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[ Detailversion der Maßnahme ]
Zuletzt aktualisiert: 18/05/2026
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Naturnahe Grünflächen – ein Mehrwert für die Biodiversität
Grünflächen auf Unternehmensarealen sind nicht nur ein ästhetisches Element, sondern können auch als strategischer Bestandteil angesehen werden: Sie leisten einen wesentlichen Beitrag zur Nachhaltigkeit, können das Wohlbefinden der Mitarbeiter fördern und tragen auch wesentlich zur Außenwirkung des Unternehmens bei.
Wenn bei freien Betriebsflächen der Fokus auch häufig nur auf dem Pflegeaufwand liegt (Mähen von Rasen, Schneiden von Hecken oder Bäumen), sind solche Flächen oft mit Mehrwert für die Biodiversität gestaltbar. Durch eine naturnahe Umgestaltung können sie zu wertvollen Lebensräumen für Insekten, Vögel und Kleinsäuger werden – oft verbunden mit einem deutlich geringeren Pflegeaufwand. Dies spart Kosten und stärkt zugleich das ökologische Image des Unternehmens.
Ökologisch gestaltete Außenanlagen verbessern außerdem das Mikroklima, fördern die Bodenfruchtbarkeit und schaffen attraktive Erholungsräume für Mitarbeiter und Besucher.
Im Folgenden werden die wichtigsten Schritte und Aspekte beschrieben, die bei der Planung und Umsetzung zu berücksichtigen sind.
Analyse der Ziele und Bedürfnisse sowie Inventar der Flächen mit Potential für eine naturnahe Gestaltung
Was sind meine konkreten Ziele? Steht die Darstellung des ökologischen Ansatzes des Unternehmens, die Schaffung wertvoller Aufenthaltsbereiche für die Mitarbeiter oder eine Verbesserung des Mikroklimas und des Biodiversitätsangebotes im Fokus?
Welche Freiflächen stehen auf dem Betriebsgelände grundsätzlich zur Verfügung?
Welche Flächen wären für eine Verbesserung geeignet (z.B. Rasenflächen, naturfern angelegte Beete oder ungenutzte Innenhöfe) und wie wurden diese bisher gepflegt?
Identifizierung möglicher Lösungen
Klären Sie, ob Sie diese Umgestaltung mit Ihren Mitarbeitern selbst umsetzen können oder wollen (z.B. Teambuilding, Naturerlebnis) oder, ob es im vorliegenden Fall sinnvoller ist, einen qualifizierten Betrieb damit zu beauftragen.
Überprüfung der Machbarkeit und möglicher Kosten im Vorfeld des Projektes
Achtung: Ermitteln Sie die grundsätzliche Machbarkeit von Baum- und Heckenpflanzungen im Fall unterirdischer Leitungen (Wurzelschutzsysteme und Rhizomsperren) oder lassen Sie dies durch einen qualifizierten Landschaftsgärtner prüfen.
Beratung, Unterstützung und Beantragung möglicher Beihilfen
Kontaktieren Sie lokale oder nationale Institutionen, die Sie fachlich beraten können
Naturpakt – Kooperationen mit der Gemeinde möglich!
Sofern sich Ihre lokale Gemeinde beim Naturpakt engagiert, können Sie in Kooperation mit der Gemeinde Maßnahmen auf ihrem Unternehmensareal umsetzen, von der die Gemeinde profitiert! Konkret geht es um im Pakt anrechenbare Pflanzungen und die Bereitstellung von Nistmöglichkeiten für Wildtiere (hier evtl. LINK zu Maßnahme ENV-2 setzen). Sprechen Sie den Naturpakt-Berater der Gemeinde an.
Umsetzung des Projektes
Kleine bis mittlere Projekte – Umsetzung in Eigenverantwortung
Verwenden Sie bei einer Neuanlage ausschließlich einheimisches Pflanzgut oder entsprechende Saatgutmischungen. Lokal angepasste Arten (heimische Kräuter, Sträucher, Bäume) benötigen weniger Wasser, keine Düngung und sind vorteilhaft für die heimischen Tierarten.
Maximum an Lebensraumvielfalt: Je strukturreicher Ihre Planung, desto mehr Lebensräume entstehen, die von einer Vielzahl an Arten genutzt werden können. Verwenden Sie regionale Naturmaterialen.
Achten Sie auf ein über das ganze Jahr bestehendes Blüh- und/oder Fruchtangebot und lassen Sie verblühte Wildstauden über den Winter stehen. Dies bietet Winterquartiere für Insekten und Nahrung für Vögel.
Ergänzen Sie die Pflanzungen um Vogel-Nistkästen, Fledermausquartiere und/oder Trinkstellen für Vögel (hier evtl. ebenfalls LINK zu Maßnahme ENV-2 setzen).
Prüfen Sie den möglichen Pflegebedarf der vorgesehenen Elemente.
Überprüfen Sie rechtliche Vorgaben (z.B. Vermeidung invasiver Arten).
Etablieren Sie einen Pflegeplan mit saisonalem Mahdrhythmus, Verzicht auf Pestizide, und langfristiger Pflege.
Im Fall von nicht selbst leistbaren Teilleistungen, wie z.B. Baumpflanzungen: Einholung von Kostenvoranschlägen bei Gärtnern.
Anfrage nach Fördermöglichkeiten oder Unterstützung durch lokale Naturschutzsyndikate, Naturparks oder die Gemeinde
Größere Vorhaben
Einholung von Kostenvoranschlägen bei qualifizierten Landschaftsplanungsbüros, Landschaftsgärtnern oder Gärtnereibetrieben.
Auch hier ggf. Prüfung von Fördermitteln oder Unterstützung durch lokale Naturschutzsyndikate, Naturparks oder die Gemeinde.
Nachverfolgung bzw. „nach der Durchführung“
Dokumentieren Sie im Sinne einer Vorher-Nachher-Betrachtung den neuen Pflegeaufwand und die damit verbundenen Kosten.
Dokumentieren Sie mittels Fotos die Blühzeiten und die Entwicklung der Artenvielfalt. Kommunizieren Sie die entsprechenden Erfolge ihres „Trittsteinbiotops“ nach innen (Belegschaft) und nach außen (Kunden, Gemeinde).