Begrünte Dächer und Fassaden – Lebensräume schaffen, Klima schützen
Begrünte Dächer und Fassaden leisten einen vielseitigen Beitrag für Biodiversität, Klimaschutz und Gebäudeeffizienz. Einfache Gründächer mit Sedumpflanzen sind pflegeleicht und bieten Lebensraum für Insekten, während aufwändigere Begrünungen mit Kräutern und Sträuchern höherwertige Biotope entstehen lassen.
Grüne Fassaden wirken ähnlich: Sie kühlen im Sommer durch Verdunstung, speichern CO₂, filtern Feinstaub und verbessern das Mikroklima.
Neben den ökologischen Vorteilen leisten Begrünungen auch ökonomische Beiträge: Sie verlängern die Lebensdauer der Dachhaut, erhöhen die Gebäudeeffizienz durch zusätzliche Wärmedämmung und lassen sich mit Solaranlagen kombinieren.
Auch für Ihre Mitarbeiter entsteht ein Mehrwert, da begrünte Gebäude als attraktiver, gesünder und moderner wahrgenommen werden. In Kombination mit Regenwasserrückhaltung tragen Gründächer zudem zum Hochwasserschutz bei.
Im Folgenden werden die wichtigsten Schritte und Aspekte beschrieben, die bei der Planung und Umsetzung zu berücksichtigen sind.
Analyse der Ziele und Bedürfnisse
Was sind meine konkreten Ziele: Verbesserung der Energieeffizienz, Beitrag zur Biodiversitätssteigerung, Regenwassermanagement oder Steigerung der Aufenthaltsqualität?
Welche Dachareale oder Fassadenabschnitte stehen auf dem Betriebsgelände für eine Begrünung zur Verfügung?
Identifizierung möglicher Lösungen und Prüfung der Realisierbarkeit
Gründach
Durchführung einer statischen Prüfung der ausgewählten Dachabschnitte: www.oai.lu
Entscheiden Sie sich zwischen extensiver oder intensiver Begrünung, ggf. mit Regenwasserrückhaltung oder Solaranbindung
Überprüfung der Machbarkeit und möglicher Kosten im Vorfeld des Projektes
Achtung: Neben der statischen Machbarkeit können die möglichen Maßnahmen mit hohen Kosten verbunden sein. Prüfen Sie dies und lassen Sie sich gegebenenfalls von einer entsprechend qualifizierten Fachfirma beraten.
Grünfassade
Durchführung einer statischen Prüfung für den entsprechenden Fassadenabschnitt
Gibt es die Möglichkeit der Bodenanbindung? (siehe Infobox)
Bodengebundene Fassadenbegrünung
bodengebunden = vor der Fassade im Boden gepflanzt, natürliche Wasser- und Nährstoffversorgung und somit nicht von einem Bewässerungssystem abhängig
Vorteile einer Bodenbindung:
Reduziert den Pflegeaufwand und mindert Betriebskosten.
Höhere Pflanzenvielfalt, robustere Arten und längere Lebensdauer.
Man unterscheidet zwischen selbständig kletternden Pflanzen („Selbstklimmer“) und Pflanzen, die eine Rank- oder Kletterhilfe benötigen („Gerüstkletterer“).
Beratung, Unterstützung und Beantragung möglicher Beihilfen
Kontaktieren Sie lokale oder nationale Institutionen, die Sie fachlich beraten können
Dokumentieren Sie mittels Fotos die Blühzeiten und die Entwicklung der Artenvielfalt, und Kommunizieren Sie die entsprechenden Erfolge ihres Biotops nach innen (Belegschaft) und nach außen (Kunden, Gemeinde).
Bei einer Dachbegrünung mit Sedum sollte einmal im Jahr eine Kontrolle durchgeführt werden, um die Ausbreitung der Vegetation bis zum Dachrand zu vermeiden. Bei einer Begrünung mit Kräutern, Gräsern, Stauden oder Sträuchern sollten Kontrolle und Rückschnitt mehrmals im Jahr erfolgen. Das Mahd- und Schnittgut sollte immer vom Dach entfernt werden.