Durchlässige und begrünte Verkehrswege, Parkplätze und Abstellplätze
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[ Detailversion der Maßnahme ]
Zuletzt aktualisiert: 18/05/2026
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Subvention disponible
Naturnahe Gestaltung von Verkehrsflächen: Ein Beitrag zu Biodiversität und Klimaanpassung
Viele Unternehmensflächen unterliegen einem starken Nutzungsdruck und sind deswegen häufig über die Notwendigkeit hinaus versiegelt: Asphaltierte Flächen, wie Parkplätze, Abstellflächen und Zufahrten, erhöhen die Hitzeentwicklung, verschlechtern die Regenwasseraufnahme und bieten keinen ökologischen Mehrwert.
Durch den Einsatz von wasserdurchlässigen Belägen (z.B. Rasengittersteine, Schotterrasen, Pflaster mit Fugenbegrünung, wassergebundene Decken) und Begrünung lassen sich diese Flächen ökologisch aufwerten. Vorteile sind:
bessere Regenwasserversickerung und Entlastung der Kanalisation,
Verringerung von Hitzeinseln und Verbesserung des Mikroklimas,
Schaffung zusätzlicher Lebensräume für Pflanzen und Tiere,
gesteigerte Aufenthaltsqualität und optische Aufwertung,
längere Lebensdauer der Flächen durch reduzierte thermische Belastung.
Im Folgenden werden die wichtigsten Schritte und Aspekte beschrieben, die bei der Planung und Umsetzung zu berücksichtigen sind.
Analyse der Ziele und Bedürfnisse sowie Inventar der Flächen mit Entsiegelungspotential
Was sind meine konkreten Ziele? Steht die Vermeidung von Hitzestau, die Anhebung der Versickerungsleistung und die damit verbundene Verminderung der Kanalkosten oder die Aufwertung des Firmengeländes für Mensch und Natur im Fokus?
Welche derzeit versiegelten Flächen stehen auf dem Betriebsgelände grundsätzlich für eine Entsiegelung zur Verfügung?
Welche Entsiegelungsmaßnahmen wären in Abhängigkeit der jeweiligen Nutzung auf diesen Flächen umsetzbar?
Sind einige dieser Flächen zumindest für eine partielle Entsiegelung geeignet?
Gibt es kommunale Vorgaben oder Förderprogramme zur Flächenentsiegelung?
Wie können Mitarbeiter in die Maßnahmen einbezogen werden?
Welche Synergien bestehen mit Regenwassermanagement, Kühlung und Aufenthaltsqualität?
Identifizierung möglicher Lösungen und Überprüfung der Durchführbarkeit
Analyse der vorhandenen Verkehrs- und Parkflächen (Größe, Nutzung, Dauerhaftigkeit der Belastung).
Auswahl geeigneter Maßnahmen: Teilentsiegelung mit Rasengittersteinen, Ökopflaster, wassergebundene Decken, Schotterrasen oder Drainbeton.
ggf. Integration von Regenwassermanagement (Rigolen, Mulden, Teiche).
Überprüfung der Machbarkeit und möglicher Kosten im Vorfeld des Projektes
Ausschlaggebend für die Machbarkeit ist die Stabilität der jeweiligen Lösung in Bezug auf die tatsächliche Nutzung der Fläche. Hochfrequente, starke Belastungen durch LKW erfordern eine hohe Untergrundstabilität, weswegen solche Flächen weniger geeignet sind.
Der Pflegeaufwand ist anfangs (bis zur Etablierung der Vegetation) eventuell etwas höher, später aber vergleichbar oder sogar geringer.
Im Fall größerer Vorhaben: Einholung von Kostenvoranschlägen bei qualifizierten Landschaftsplanungsbüros, Landschaftsgärtnern oder Gärtnereibetrieben.
Eventuell Prüfung von Fördermitteln oder Unterstützung durch lokale Naturschutzsyndikate, Naturparks oder die Gemeinde (z.B. durch Einbindung in deren lokales Starkregenkonzept).
Vergleichsschnitt durch wasserdurchlässige Flächen: Struktur von Parkplätzen und Fußgängerbereichen für ein nachhaltiges Regenwassermanagement Bildquelle: www.stabilizer-wege.de
Beratung, Unterstützung und Beantragung möglicher Beihilfen
Kontaktieren Sie lokale oder nationale Institutionen, die Sie fachlich beraten können
geringerer Oberflächenabfluss, Infiltration in den Boden,
Hitzeminderung durch Erhöhung der Evaporation,
bessere Arbeitsumgebung für Mitarbeiter, Imagegewinn.
Umsetzung des Projektes
Planung durch Landschaftsarchitekten oder Unternehmen mit Erfahrung in ökologischen Bauweisen,
schrittweise Umwandlung, um Betriebsabläufe nicht zu stören,
evtl. in Kombination mit Mitarbeiter-Aktionen (z.B. Baumpflanzaktionen),
Einrichtung klarer Pflege- und Wartungspläne.
Nachverfolgung bzw. „nach der Durchführung“
Dokumentieren Sie im Sinne einer Vorher-Nachher-Betrachtung den neuen Pflegeaufwand und die damit verbundenen Kosten.
Kontrollieren Sie die Wasseraufnahmefähigkeit nach Starkregen, Erheben Sie die Temperaturen (vor/nach Maßnahmenumsetzung) zur Dokumentation des Mikroklimaeffekts und kommunizieren Sie die entsprechenden Erfolge nach innen (Belegschaft) und nach außen (Kunden, Gemeinde).
Fragen Sie das Feedback von Mitarbeitern und Kunden zur Aufenthaltsqualität an und dokumentieren Sie dies ggf. für ihren Nachhaltigkeitsbericht oder die CSR-Kommunikation.